Donnerstag, 17. Mai 2012
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Orient und Okzident im Zentrum Paul Klee

Das Zentrum Paul Klee in Bern setzt mit der Orientthematik einen ersten Schwerpunkt für das Ausstellungs- und Veranstaltungsjahr 2009.

Klee Macke

Im Mittelpunkt der dreiteiligen Ausstellungsreihe in der ersten Jahreshälfte steht die unterschiedliche künstlerische Auseinandersetzung mit Fragen von kultureller Identität und Differenz in Orient und Okzident, die  durch entsprechende Musik und performative Kunst attraktiv flankiert.

Die Ausstellung "Auf der Suche nach dem Orient. Von Bellini bis Klee" ist vom 7. Februar bis zum 24. Mai zu sehen und bildet den ersten Akt einer dreiteiligen Ausstellungsreihe zum Thema Orient. Die Ausstellung wirft einen historischen Blick zurück und lädt geografisch ein auf eine Reise von Bern nach Tunesien und Ägypten, Marokko und Jerusalem.

Paul Klees Reisen nach Tunesien und Ägypten werden in einer geschichtlichen Perspektive dargestellt und thematisieren den europäischen Blick auf den Orient vom Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert. Venedig als Handels- und Kunstzentrum dient dabei als Brücke zwischen den östlichen und westlichen Kulturen.

Ein Ausstellungshighlight aus dieser Zeit ist das Porträt von "Sultan Mehmet II", das Gentile Bellini 1480 gemalt hat und das sich heute in der Sammlung der National Gallery in London befindet. Zu sehen  sind weitere Werke unter anderem von Giovanni Antonio Guardi, Jean-Etienne Liotard, Eugène Delacroix, Eugène  Fromentin, Gustave Bauernfeind, Lord Leigthon, John Frederick Lewis, aber auch von Charles Camoin, Henri Matisse und Wassily Kandinsky.

Die Faszination und Attraktion, die der Orient auf die Maler Europas ausübte, bereitet das Terrain vor für den Klee-spezifischen Teil der Ausstellung, mit den berühmten Reisen Klees nach Tunesien im Frühling 1914 und nach Ägypten in Winter 1928/1929 als Höhepunkten. Ergänzt werden Klees Werke durch hochkarätige Bilder seiner Reisegefährten August Macke und Louis Moilliet, sowie durch Fotografien, Postkarten und schriftliche Dokumente, die einen spannenden Einblick in die Auseinandersetzung der drei Künstler mit der arabischen und muslimischen Kultur ermöglichen.

Die zweite Orient-Ausstellung "Traum und Wirklichkeit. Zeitgenössische Kunst aus dem Nahen Osten.", die vom 28. Februar bis zum 16. August 2009 läuft,ist eine multidisziplinär angelegte Werkschau. Sie zeigt "Real Fiction"-Arbeiten, die einen zeitgenössischen und zeitgemäßen Blick auf den Nahen Osten werfen, sowie hoch ästhetisierte und fiktive Videos, die aus subjektiven und poetischen Perspektiven entstanden sind. Dazu gehören auch installative Werke wie der Grundriss von Beirut als ein in Kautschuk gegossener riesiger Teppich von Marwan Rechmaoui.

Die dritte Orient-Ausstellung, "Paul Klee. Teppich der Erinnerung" bildet vom 30. Mai bis zum 30. August den Abschluss der "Grand tour oriental". Im Mittelpunkt dieser Präsentation stehen inhaltlich-formale Aspekte der Orient-Auseinandersetzung Paul Klees, gezeigt an den Beispielen Architektur, Kalligrafie, Ornament und textile Ornamentik sowie am Aspekt der Farbe und der Technik des Aquarells. Klees Interesse an der arabischen und muslimischen Kultur wird spezifisch über die Tunesien- und Ägyptenreise von 1928 hinaus untersucht.

Ein reich illustrierter Katalog zur Ausstellung "Auf der Suche nach dem Orient. Von Bellini bis Klee." ist in deutsch und französisch im Hatje Cantz Verlag erschienen.

Mehr Informationen im Internet.

Photo: Paul Klee und August Macke mit Fremdenführer vor der Barbier-Moschee in Kairouan im April 1914. LWL - Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Münster.




 
 
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