Samstag, 22. November 2014
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Comeback des Jahrzehnts: Kottan ermittelt (wieder)

Die Älteren werden sich erinnern: Anfang der 1980er Jahre flimmerte in „Kottan ermittelt“ ein österreichischer Ermittler über die bundesdeutschen Bildschirme, der fortan mit immer neuen Gags und Skurrillitäten die Leidensfähigkeit der Zuschauer stark herausforderte. Aber wie das manchmal so ist mit Verstörendem, Ungewohntem, Ungeliebtem: Die Serie wurde Kult – in Österreich sowieso, aber auch in deutschen Wohnzimmern. Sie gehört zweifellos zum Besten, das dem ORF je passiert ist. Vom Autor Helmut Zenker zunächst als ernst gemeintes Sittenbild der heimischen Polizei konzipiert, entwickelte sich die Serie unter der Regie von Peter Patzak zum Satire-Kult. Doch bis es so weit war, war so manches Hindernis zu überwinden.

Als der ORF am 8. August 1976, wenige Tage nach dem Einsturz der Wiener Reichsbrücke, die erste Kottan-ermittelt-Folge ausstrahlte, reagierten viele Zuschauer verstört bis aggressiv auf die ungewohnte Filmkost. Ein Polizeibeamter (Peter Vogel), rassistisch, grob und überheblich, dazu ein korrupter, selbstverliebter Polizeipräsident? Das als Protest gedachte Porträt einer bislang unangreifbaren Institution ging manchem zu weit. Viele sahen das Ansehen des Berufsstandes, ja sogar die österreichische Nation in Gefahr. Der Vorsitzende der Gewerkschaft der öffentlich Bediensteten verlangte wegen der „Diffamierung der Polizei“ die Einstellung der Serie. Während einer Parlamentssitzung wurde angefragt, ob Peter Patzak seinen Beruf überhaupt noch ausüben dürfe.

Der ORF bewies Standhaftigkeit

Zwar verging fast ein Jahr, bevor die zweite Folge ausgestrahlt wurde, doch dann ging es Schlag auf Schlag. Im dritten Kottan-Abenteuer übernahm Franz Buchrieser die Rolle des ermittelnden Beamten, und langsam, aber sicher begann die Serie in jenen gepflegten Wahnsinn abzudriften, der ihren Kultfaktor bis heute ausmacht. Helmut Zenker und Peter Patzak zündeten in der Folge ein Gag-Feuerwerk ohnegleichen. Sätze wie „Inspektor gibt’s kan“ gingen in die Alltagssprache über, zentrale Motive wie die wegen der mangelnden Vorsicht der Polizisten abgerissene Autotür, der persönliche Besuch der Fernsehsansagerin Chris Lohner bei Kottan, oder der Kampf des zusehends verzweifelter werdenden Polizeipräsidenten Pilch (Kurt Weinzierl) gegen seinen eigenen Kaffeeautomaten wurden legendär, ebenso wie die Darsteller, allen voran Lukas Resetarits (Kottan, ab Folge 6), Bibiana Zeller (Ilse Kottan), Walter Davy (Schremser), C.A. Tichy (Schrammel) oder Carlo Böhm (Drballa, der immer dann auftaucht, wenn eine Leiche zu finden ist). 

Angelockt wurde auch das ZDF, das ab 1982 mit im Boot war. Nach sieben abendfüllenden Filmen entstanden die weiteren zwölf Episoden im 60-Minuten-Format. Als die Popularität von Kottan ermittelt auf dem Höhepunkt war, kam der Keulenschlag für alle Beteiligten: Der ORF verkündete das Aus für die Serie, und so blieb „Mabuse kehrt zurück“ am 6. Dezember 1984 die letzte Original-Episode, die vom ORF ausgestrahlt wurde.

Das Ende war kein wirkliches Ende

Eine treue Fangemeinde, mittlerweile schon drei Generationen von Kottan-Aficionados, hat die Serie bis heute „am Leben erhalten“. Und zahllose Wiederholungen in deutschen Programmen und auch im ORF, die lang und sehnsüchtig erwartete DVD-Edition der gesamten Serie, Bücher, Websites und sogar ein Kottan-Comic sorgten dafür, dass dieser Geniestreich nie in Vergessenheit geriet.

Und nun, fast 27 Jahre nach der Ausstrahlung der letzten Folge im ORF, lässt der rastlose Regisseur Peter Patzak all die legendären Figuren – Kottan, Ilse Kottan, Schrammel, Schremser, Präsident Pilch, Drballa und Co. – auf der großen Leinwand wieder auferstehen. Produziert hat den Kinofilm die SATEL Film, wie auch alle 19 Kottan-Folgen für das Fernsehen – Kontinuität, wohin das Auge blickt. Kinostart in Deutschland ist am 31. März 2011.

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