Bergherbst zwischen 80 Dreitausendern

Das südtiroler Ahrntal zieht Bergsteiger, Alpinisten, Mountainbiker und Genusswanderer in seinen Bann.

31. August 2020
#Südtirol, #Wandern, #wandern, #Familienurlaub, #Mountainbiken

Für viele Menschen ist der Herbst wegen der milden Temperaturen auf der Alpensüdseite und der überragenden Fernsicht die schönste Wanderzeit. Für das Farbenspiel von der herbstlich bunten Talregion über das Grau-Weiß der Dreitausender in der Rieserfernergruppe und den Zillertaler Alpen bis zum makellosen Blau des Himmels lohnt sich jede Anstrengung. Schließlich ist das Ahrntal eines der schönsten Wandergebiete in Südtirol.

Ein Mountainbiker fährt in der Bergregion des Südtiroler Ahrntals mit Blick auf die GipfelDie Region ist auch für Mountainbiker ein Traum ©Tourismusverein Ahrntal / Filippo GalluzziAuch das Mountainbiketrail-Netz wurde in den vergangenen Jahren ausgebaut. Seither starten von allen Orten im Tal herrliche Routen in die Berge. Die Ehrgeizigsten stellen sich auf die Rieserferner-Tour ein, für die sie rund 2.000 Höhenmeter „buckeln“. Wer lieber ein paar Höhenmeter kappt, lässt sich mit den Sommerbergbahnen nach oben zoomen. Unten im Tal treten Radler die Ahr entlang bis zum nördlichsten besiedelten Punkt Italiens und in die Gegenrichtung hinaus ins Pustertal. Viele Streckenabschnitte auf der 50 Kilometer langen Ahrtour sind auch ideal für Familien. Bikes und Ausrüstung gibt es an vielen Verleihstellen, ebenso groß ist das Angebot an geführten Biketouren.

Wandern auf Spuren von Berglegenden

Das Ahrntal umgeben der Naturpark Rieserferner-Ahrn, der Nationalpark Hohe Tauern sowie der Hochgebirgs-Naturpark Zillertaler Alpen. In diesen Schutzgebieten stehen 80 Dreitausender Spalier. Kein Wunder, dass das Ahrntal immer wieder legendäre Bergsteiger hervorbringt: Wie etwa den Extrembergsteiger Hans Kammerlander sowie den jungen Profi-Bergsteiger und Bergführer Simon Gietl, der sich vor allem mit Erstbegehungen und Touren in den Dolomiten einen Namen macht. Doch es gibt nicht nur fordernde Gipfel, zehrende Mehrtages-Trekkingtouren und knackige Gletscherpartien mit Seil und Steigeisen bis in knapp 3.500 Meter Höhe. 

Die Schönheit der Natur lässt sich im Ahrntal in allen Höhenstufen einfangen. Beliebt sind etwa die aussichtsreichen Höhenwege und alpinen Seenwanderungen am Speikboden sowie dem Klausberg, die man einfach mit Gondelbahnen ansteuert. Bei Genusswanderern und Läufern sehr beliebt ist der Höhenweg „Sunnsat“, der sich zwischen Luttach und St. Peter in 1.000 bis 1.450 Meter Höhe auf der Sonnenseite der Zillertaler Alpen dahinzieht. Jedes Jahr im Herbst wird hier der 22 Kilometer lange Ahrntaler Sunnsatlauf (dieses Jahr am 11. Oktober 2020) ausgetragen.

Wandergurppe mit Kindern am Ahrntaler SunnsatwegDer Ahrntaler Sunsatweg ist bei Familien sehr beliebt ©Tourismusverein Ahrntal / Gorfer60 Hütten für die gemütliche Einkehr

Ideal für Familien ist der Abschnitt „Hexensteig“ beim Berggasthof Platterhof oberhalb von St. Johann. Das Prasseln des Frankbach Wasserfalls, ein Sonnenhexenhaus, eine Bärenhöhle, eine Kletterwand und am Ziel auf 1.416 Metern die Bizathütte mit Teichen, Spielplatz und einem Streichelzoo treiben die Kinder an. 

Egal, wo man auch einkehrt, ob auf einer der 60 bewirtschaften Almen und Jausenstationen oder in einer Schutzhütte in den Dreitausendern, wie der neu gebauten Schwarzensteinhütte, die wie ein dunkler Kristall unter dem Gipfel des gleichnamigen Dreitausenders steht: Die Südtiroler Brettljause mit würzigem Graukäse, Speck und Schüttelbrot schmeckt überall köstlich. Wie seit Jahrhunderten wird auf den Ahrntaler Almhütten und Bauernhöfen Käse erzeugt. Zu den 3. Ahrntaler Graukäsetagen (19. bis 27. September 2020) kann man sich durch die verschiedenen Geschmacksnuancen verkosten. 


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