Wie Normalos die legendären Kletterberge schaffen

Bergführer
 haben jetzt am Wilden Kaiser die schönsten Routen zusammengestellt und führen Gäste sicher zum Ziel.

16. Juni 2019

Kaum ein anderes Bergmassiv ruft so laut – und auch schon so lange – wie der Wilde Kaiser. Als erstes ernst zu nehmendes Gebirge, das sich vor den Toren Münchens inmitten der Kitzbüheler Alpen erhebt, war er bereits im 19. Jahrhundert Sehnsuchtsort und Mekka der frühen Alpinisten. Während Cracks hier immer neue Herausforderungen finden, noch atemberaubendere Steilwände und Überhänge bezwingen, bieten die Kitzbüheler Bergführer in Zusammenarbeit mit der Region St. Johann in Tirol jetzt auch das Bewährte an. Sprich: die einfachsten und schönsten Routen der legendären Kletterpioniere. Eine Kombination aus Bergsteigen und leichter Kletterei. Gäste brauchen für die unter dem Titel „Kaiser Hoch 6“ gebündelten Touren Ausdauer, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit – und das Abenteuer an der Seite erfahrener Guides kann beginnen.

Schier endlose Felswände

Wer sich zu Fleischbank (2187 m), Predigtstuhl (2115 m) oder Totenkirchl (2119 m) aufmacht, nimmt die berühmtesten Kletterberge des Wilden Kaisers ins Visier. „Hier führt kein Wanderweg hinauf, hier sind nur Kletterer unterwegs – man kann beobachten, wie sie in schier endlosen Felswänden hängen“, sagt Tom Rabl von den Kitzbüheler Bergführern und beschreibt die einzigartige Atmosphäre. Vorbei an diversen Adrenalin-Junkies bringt er seine Gäste am Seil durchs imposante Gelände und führt Schritt für Schritt in die leichte Kletterei der Schwierigkeitsgrade 3 und 4 ein. „Bei uns kommen maximal zwei Teilnehmer auf einen Bergführer“, sagt er und verweist damit auf die hohen Sicherheitsstandards wie auf das exklusive Erlebnis.

Aber nicht nur die Aufstiege sind spannend. Schließlich muss man auch wieder runter von den  Felskolossen: „Es gibt Stellen, an denen wir bis zu 50 Meter an einem Stück abseilen können – aber das braucht Überwindung, Vertrauen ins Material und zum Guide“, sagt Tom Rabl und freut sich, wenn auch zurückhaltende Menschen unterwegs die Blockaden im Kopf überwinden und die Faszination in der Vertikalen greift. Aber keine Angst: Am Anfang stehen immer nur kurze Abseiler, niemand wird überfordert.

Auf dem leichtesten Weg den Berg hinauf

Wenn jemand schon einmal einen Klettersteig gemacht hat, ist das von Vorteil – aber keine Voraussetzung, um die Gipfel des Wilden Kaisers auf den Erstbesteiger-Pfaden zu bezwingen. „Den Pionieren kam es damals nicht darauf an, ihre persönlichen Grenzen zu überschreiten – sie wollten einfach auf den Berg hoch und suchten dafür den leichtesten Weg“, erklärt Tom Rabl. Anders als bei Fleischbank, Predigtstuhl und Totenkirchl bewältigt man den Abstieg von  Ellmauer Halt (2344 m), Hinterer Goinger Halt (2192 m) und Lärcheck (2124 m) auch über anspruchsvolle Steige ohne lange Abseilstrecken. Aber ein wenig Kletterei ist immer dabei.

Wer meint, die eigene Leistungsfähigkeit nicht wirklich einschätzen zu können, hat die Möglichkeit, vorher mit dem Bergführer einen Vorbereitungstag einzulegen und dabei die nötige Sicherheit zu gewinnen. Die Kurse kosten bei zwei Teilnehmern 185 Euro pro Person, die geführten Touren selbst 255 Euro. Die Ausrüstung (Helm, Kletterpatschen, Klettergurt) gibt’s zum Preis von neun Euro pro Tag im Verleih. 

Nähere Informationen gibt es hier



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